Über mich Kontakt Datenschutz Impressum

Zurück zur Hauptseite

Eintrag vom 22.05.2019: Der 1. Heilpraktiker?

Einer der berühmtesten Homöopathen ist zweifellos Clemens Franz Maria Freiherr von Bönninghausen, ein Zeitgenosse und Schüler Samuel Hahnemanns.
Aber war er auch der erste Heilpraktiker, wie man oft sagt?
Was ist ein Heilpraktiker? Wie ist der Beruf des Heilpraktikers heute definiert? Nach dem Heilpraktikergesetz vom 17.02.1939 ist es jemand, der die Heilkunde berufsmäßig betreibt und nicht als Arzt bestallt (approbiert / zugelassen) ist.
Clemens Franz Maria Freiherr von Bönninghausen wurde am 12.03.1785 in Fleringen in den Niederlanden geboren und starb im Januar 1864 in Münster. Er studierte in den Niederlanden Jura. Aber schon während des Jura-Studiums interessierte er sich für Medizin und Botanik. Von 1814 bis zu seinem Tode wohnte er in Darup, einem kleinen Ort, der heute zu Nottuln im Münsterland gehört. Zeitweilig hatte er zusätzlich auch eine Wohnung in Coesfeld oder ein Haus in Münster1.
Zur Homöopathie fand von Bönninghausen nachdem er 1827 an Tuberkulose erkrankt war1 und keine konventionelle ärztliche Behandlung ihm half. Der Homöopath Dr. August Weihe heilte ihn mit Hilfe der Homöopathie. Nachdem er die einschlägige Literatur gelesen hatte, wandte von Bönninghausen sich an Dr. Samuel Hahnemann, den Begründer der homöopathischen Heilmethode, wie wir sie heute kennen, und lernte von ihm. Dr. Samuel Hahnemann war voll des Lobes und schätzte seinen Schüler sehr. Er soll einmal gesagt haben, dass von Bönninghausen der Einzige sei von dem er sich behandeln ließe, sollte er selbst dazu nicht mehr in der Lage sein. 1843 bekam von Bönninghausen vom König von Preußen Friedrich Wilhelm IV eine Genehmigung zur Ausübung des Arztberufes ohne abgeschlossenes Medizinstudium1. Den Begriff des Heilpraktikers gab es zu der Zeit noch nicht aber nach o.g. Definition war er somit Heilpraktiker. 1854 wurde ihm von einer Universität in den USA die medizinische Ehrendoktorwürde verliehen1. Er behandelte wohl auch Tiere. Übrigens liest man von vielen Homöopathen, dass sie auch Tiere nach denselben homöopathischen Regeln behandelten und heilten.
Doch schon vor von Bönninghausen behandelten Nicht-Mediziner Kranke. Z.B. die heilkundigen Frauen, die schon seit Jahrhunderten mit Hilfe von Pflanzen und Zubereitungen daraus behandelten. Oft genug hat es sie das Leben gekostet, weil sie als Hexen bezeichnet wurden. Waren sie die ersten Heilpraktikerinnen? Wohl eher nicht, wenn man den Standpunkt einnimmt, dass ein Heilpraktiker staatlich zugelassen sein muss. Wenn man die Arbeit, das Wissen und die Erfolge dieser Frauen betrachtet, dann schon. Ich kann die Frage ob Clemens Franz Maria Freiherr von Bönninghausen der erste Heilpraktiker war für mich nicht schlüssig mit Ja oder Nein beantworten. Ohne Zweifel haben aber alle, die homöopathisch behandeln, seien es Laien oder Mediziner, seien die Patienten Tiere oder Menschen, ihm viel zu verdanken.

1 CHRISTIAN SCHULZE PELLENGAHR, Zur Geschichte des Hauses Darup zu Darup und seiner Besitzer

Im nächsten Blog-Beitrag möchte ich Ihnen etwas über Arzneimittelbilder erzählen. Was ist ein Arzneimittelbild? Wie kommt es zustande?

Eintrag vom 27.02.2019: Mercurius solubilis

Wie schon in meinem letzten Beitrag angekündigt, möchte ich Ihnen heute ein weiteres Mittel vorstellen, dass bei einer Entzündung, die ins Stadium der Eiterbildung übergegangen ist, helfen könnte. Das homöopathische Mittel ist Mercurius, genauer Mercurius solubilis.

Wann wird Mercurius solubilis benötigt?

Sollte der Patient starken Speichelfluss haben, besonders nachts, und vielleicht auch noch einen stinkenden Atem, dann sollten Sie Mercurius solubilis in Betracht ziehen. Auch wenn sich die eitrige Stelle gar nicht im Bereich des Mauls oder der Atemwege befindet! Das ist das Wesen der Homöopathie! Nicht das Organ ist krank, sondern das ganze Individuum ist krank und zeigt das auf verschiedenen Ebenen.

Eine Eigentümlichkeit, die auf dieses Mittel hinweist, die wir jedoch bei vielen unserer Tiere nicht nutzen können, weil sie keine Schweißdrüsen haben, ist das Symptom, dass der Patient stark schwitzt und der Schweiß die Textilien, die mit dem Schweiß in Kontakt kommen, gelb färbt.

Die Eiterungen, die Mercurius solubilis benötigen, können überall im Körper auftreten, bevorzugt aber im Bereich der Drüsen, der Ohren, der Haut und der Schleimhäute der Atemwege und des Verdauungstraktes. Da seien vor allem die Mandeln (Tonsillen) erwähnt. Ein weiteres Charakteristikum, das auf Mercurius solubilis hinweist, ist die sogenannte Rechtsseitigkeit, wenn z.B. nur die rechte Tonsille betroffen ist oder die rechte Nebenhöhle.

Der Eiter hat eine gelbe, grünliche oder gelb-grünliche Farbe; es kann sich Blut darin befinden. Alle Gewebe, die mit dem Eiter in Kontakt kommen werden stark angegriffen. Er ist scharf, ätzend, wund machend, übelriechend, dick, schleimig, blutig, reichlich. Er ist so aggressiv, dass es zu geschwürigen Veränderungen kommen kann. Es können Abszesse, Furunkel und Karbunkel auftreten.

Der Patient ist impulsiv und reizbar. Wie bei Hepar sulphuris kann es zu ungewohnt heftigen und aggressiven Reaktionen kommen! Bei Mercurius-solubilis-Patienten beruht dieses Verhalten aber nicht auf der übermäßigen Schmerzempfindlichkeit, sondern es ist eine grundlegende Stimmungslage. Die Reaktionen können durch äußere Eindrücke wie Unruhe, Lärm o.ä. hervorgerufen werden, die das Tier sonst unbeeindruckt ließen.

Es gibt kaum etwas, das dem Patienten gut tut. Eine Besserung empfindet der Patient nur durch Ruhe und moderate Temperaturen. Die Temperatur braucht nur etwas wärmer oder kälter zu werden um das Befinden zu verschlechtern. Aber auch Feuchtigkeit, Berührung und Druck, Bewegung oder Liegen auf der rechten Seite verschlechtern sein Befinden. Die Beschwerden werden nachts, durch Schwitzen oder nach dem Essen schlechter. In Verbindung mit der Reizbarkeit und der Impulsivität ist ein Patient, der Mercurius solubilis benötigt, recht schwer zu ertragen.


Dies war der letzte Beitrag meiner kleinen Reihe über homöopathische Mittel, die zur Anwendung kommen können, wenn eine Entzündung ins Stadium der Eiterung übergeht. Ich hoffe, es hat Ihr Interesse an der Homöopathie geweckt und Ihnen einen kleinen Einblick gegeben, wie ein homöopathisches Mittel ausgewählt wird.

Demnächst möchte ich Ihnen die Arbeit der Eichhörnchen Hilfe vorstellen.

Eintrag vom 06.12.2018: Silicea

Liebe Tierfreunde und Homöopathieinteressierte,

in diesem Bereich meiner Homepage möchte ich Ihnen immer mal wieder Interessantes zur Homöopathie, zu Arzneimittelbildern, zu medizinischen Themen usw. vorstellen.

Wie ich in meinem letzten Beitrag angekündigt habe, möchte ich Ihnen ein weiteres homöopathisches Mittel vorstellen, dass bei einer Entzündung, die ins Stadium der Eiterbildung übergegangen ist, helfen könnte.

Dieses Mittel ist Silicea (Kieselsäure).

Der Patient, der Silicea benötigt, ist sehr verfroren. Er sitzt gern nah an der Heizung und packt sich dick in warme Kleidung ein. Die Füße sind kalt. Selbst bei Bewegung wird ihm kaum warm. Aber er hat eine Abneigung gegen warme Speisen.

Er ist anfällig für Erkältungen, besonders wenn die Füße oder der Kopf kalt werden, wenn er kalter Luft ausgesetzt ist. Auch der Patient, der Pulsatilla benötigt erkältet sich leicht. Diese beiden Mittel unterscheiden sich darin, dass der Pulsatilla-Patient nicht so friert und gern frische (kühle) Luft hat, während der Silicea-Patient durch und durch verfroren ist und warme Kleidung, eine warme Heizung, ein Heizkissen braucht und Abscheu vor kühler, frischer Luft hat.

Jede kleine Verletzung eitert, wie beim Hepar-sulphuris-Patienten, aber ein Silicea-Patient ist nicht so gereizt vom Gemüt her, sondern eher ängstlich, zaghaft, mutlos. Er hat enorme Angst vor Nadeln (Spitzen)!

Der Eiter, der Silicea benötigt, kann sich in harten wie auch in weichen Geweben bilden. Es bilden sich Abszesse, Furunkel, Fisteln. Auch alte, geschwürige Fisteln sprechen auf Silicea an. Silicea treibt den Eiter aus den Geweben, so dass sie heilen können. Überhaupt wird Silicea nachgesagt, dass es die Austreibung von Fremdkörpern aus den Geweben fördert.

Typisch für Eiterungen in den Atemwegen ist, dass der Patient beim Hinlegen heftig hustet und dicken, gelben, klumpigen Eiter auswirft.

Im allgemeinen hat der Eiter, der Silicea benötigt einen sehr unangenehmen Geruch.Die Beschaffenheit des Eiters ist ansonsten wenig charakteristisch. Er kann blutig, gelb oder grau, dünn, wässrig oder gallertartig, mild oder scharf sein.

Sollte Silicea nicht helfen und man möchte ein anderes homöopathisches Mittel geben, muss man bedenken, dass Mercurius und Silicea nicht gut aufeinander folgen.

Mercurius möchte ich Ihnen dann in meinem nächsten Blog vorstellen.

Also schauen Sie demnächst wieder rein. Ich freue mich auf Sie!

Ihre Beate Schwarz, Tierheilpraktikerin, Homöopathie

Eintrag vom 01.10.2018: Pulsatilla

Liebe Tierfreunde und Homöopathieinteressierte,
in diesem Bereich meiner Homepage möchte ich Ihnen immer mal wieder Interessantes zur Homöopathie, zu Arzneimittelbildern, zu medizinischen Themen usw. vorstellen.

Wie ich in meinem letzten Beitrag angekündigt habe, möchte ich Ihnen ein weiteres homöopathisches Mittel vorstellen, dass bei einer Entzündung, die ins Stadium der Eiterbildung übergegangen ist, helfen könnte.

Dieses Mittel ist Pulsatilla, die Küchenschelle oder Kuhschelle. Ein zartes Pflänzchen, das gern auf eher trockenem Boden wächst und eine violette, glockenartige Blüte trägt.

Die Entzündung bzw. Eiterbildung, die Pulsatilla benötigt, entwickelt sich langsam. Betroffen sind hauptsächlich die Schleimhäute, z.B. des Rachens, der Nase, des Halses, der Bronchien, der Blase, der Geschlechtsteile, der Augen, der Ohren. Der Eiter ist dickflüssig (rahmartig), er hat eine grünliche oder gelblich-grüne Farbe und er ist mild, d.h. die Haut, die mit dem Eiter in Berührung kommt, wird nicht gereizt.

Auffallend ist, dass das Tier keinen Durst hat, auch nicht wenn es Fieber hat und das Maul trocken ist. Das Tier fühlt sich in frischer, kühler Luft besser, auch wenn es fröstelt. Es lehnt Wärmeanwendungen ab. Auch warme Getränke und Speisen mag es nicht. Die Unverträglichkeit von Wärme unterscheidet den Patienten, der Pulsatilla benötigt deutlich von demjenigen, der Hepar sulphuris calcareum braucht! Das homöopathische Mittel Hepar sulphuris calcareum habe ich in einem früheren Beitrag besprochen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Stimmung, das Gemüt wie Homöopathen sagen. Der Patient, der Pulsatilla benötigt, sucht Trost, Zuspruch und ist nicht gern allein. Bei einem Menschen sagt man, er sei weinerlich. Weit entfernt vom äußerst reizbaren Hepar-sulphuris-calcareum-Patienten.

Demnächst werde ich Ihnen zwei weitere homöopathischen Mittel (Silicea und Mercurius) vorstellen.

Also schauen Sie demnächst wieder rein. Ich freue mich auf Sie!

Ihre Beate Schwarz, Tierheilpraktikerin, Homöopathie

Eintrag vom 03.08.2018: Hepar sulphuris calcareum, die Kalkschwefelleber

Liebe Freunde der Homöopathie,
in diesem Bereich meiner Homepage möchte ich Ihnen immer mal wieder Interessantes zur Homöopathie, zu Arzneimittelbildern, zu medizinischen Themen usw. vorstellen. Den Anfang möchte ich mit einem Arzneimittelbild machen.

Das homöopathische Mittel, das ich Ihnen vorstellen werde ist Hepar sulphuris calcareum, die Kalkschwefelleber. Ein sehr merkwürdiger Name, nicht wahr. Was verbirgt sich dahinter? Hat er etwas mit der Leber zu tun? Nein, nein, weit gefehlt! Es ist eine chemische Verbindung von Kalk, genau genommen der Kalk einer Austernschale, und Schwefel. Diese werden unter Luftausschluss glühend gemacht, dabei entsteht ein Stoff, der leberbraun, daher der Name Hepar (lat. Leber) sulphuris calcareum, manchmal auch gelbgrün ist. Anschließend wird diese chemische Verbindung potenziert.
Woran erinnert die Farbe Gelbgrün? An Eiter. Und damit sind wir auch schon bei einem sehr großen Einsatzgebiet dieses Mittels. Im Laufe einer Entzündung kann im Gewebe Eiter gebildet werden. Und dann kann Hepar sulphuris calcareum zum Einsatz kommen. Aber erst dann! Es lässt den Eiter "reifen", sagt man.
An welchen Stellen kann sich Eiter bilden, der Hepar sulphuris calcareum benötigt? Z.B. an der Bindehaut des Auges (sog. Konjunktivitis), in den Ohren (es kann dabei auch Schwerhörigkeit auftreten), in der Nase (die Nasenlöcher können wund sein), an den Mandeln (Tonsillen), an der gesamten Hautoberfläche, an den Haarbalgen und auch im Unterhautgewebe (Phlegmone oder auch Einschuss genannt), in der Blase, im Bereich der umgebenden Haut der Krallen / Hufe.
Wenn fast jede Verletzung oder jeder Infekt in das Stadium der Eiterentwicklung übergeht, ist dieses Mittel angezeigt. Die Stelle ist sehr schmerzempfindlich! das Tier wird schon bei der geringsten Berührung eine Schmerzreaktion zeigen. Und zwar auch mal sehr heftig! Also Vorsicht, wenn beim Abtasten des Tieres! Denn wenn es Hepar sulphuris calcareum benötigt, wird es auch ausgesprochen reizbar sein. Die Schmerzempfindlichkeit kann bis zur Ohnmacht führen! Obwohl es schwitzt möchte das Tier es warm haben und Kälte verschlimmert seinen Zustand. Der Eiter hat einen üblen Geruch, nach altem Käse, und ist dickflüssig. Die Stellen, die mit dem Eiter in Kontakt kommen, werden wund.

Es gibt noch weitere homöopathische Mittel, die bei eitrigen Entzündungen zum Einsatz kommen können. Darunter z.B. Silicea, Pulsatilla, Mercurius. Wie kann man unterscheiden welches dieser homöopathischen Mittel nötig ist?
Demnächst werde ich Ihnen diese drei homöopathischen Mittel vorstellen. Also schauen Sie demnächst wieder rein. Ich freue mich auf Sie!
Ihre Beate Schwarz, Tierheilpraktikerin, Homöopathie

Zurück zur Hauptseite